(Plauen, 29. Juni 2011) Ärger mit dem Finanzamt – das kennt wohl fast jeder Unternehmer. Nun erlebte der sächsiche Gastwirt Gerhard Kaltscheuer (Bistro “Futterstube & Schnitzelstube“) eine fiskalische Prüfung der besonderen Art. Seine Schnitzel seien mit durchschnittlich 200 Gramm zu groß. Der Finanzprüfer geht von einer Schnitzelgröße von 160 Gramm aus und monierte, dass mit den eingekauften Lebensmitteln auffällig wenig Umsatz erwirtschaftet werde.

Gastronom Gerhard Kaltscheuer: Der Fiskus auf Schnitzeljagd

Gastronom Gerhard Kaltscheuer: Der Fiskus auf Schnitzeljagd

Nun könnte man schnell in die Verlegenheit zu kommen, da seien schwarze Kassen im Spiel. Nicht doch – Kaltscheuer will schon ein wenig mehr bieten, dass Gäste in sein Lokal in Hammerbrücke im Vogtland fahren. Da fallen die Schnitzel eben größer aus – und das ist, wie man weiß, durchaus ein attraktiver Faktor, um Gäste anzuwerben. Nicht wenige Ausflugslokale offerieren tellergroße Schnitzel-Fleisch-Lappen.

Dem Gastwirt half es auch nicht, die Schnitzelzubereitung per Video zu dokumentieren. Sein Fall landete vor dem Staatsanwalt und die Schnitzel wurden buchstäblich kriminalisiert. Das vorläufige Ergebnis: 25.000 Euro Steuern nachzahlen und 9.000 Euro Strafe für die „Falschangaben“. Das ließ Kaltscheuer nicht auf sich sitzen und verständigte die Nachrichtenagentur dpa, Mittlerweile haben große Tageszeitungen und Sender darüber berichtet. Es fand bereits eine Demonstration in Plauen statt, die nächste ist geplant.

Spontane Solidaritätsbekundungen im öffentlichen Protest („Der Fiskus auf Schnitzeljagd“) sind per eMail zu entrichten: [email protected]