Berlin, 30. September 2021 – In puncto nachhaltige Verpackung liegt Mehrweg-Geschirr im Trend: Einer neuen Mintel-Studie zum Thema Take-away und Lieferservices zufolge wären 72 Prozent der deutschen Verbraucher gerne bereit, einen Pfand für wiederverwendbare Behälter in der Gastronomie zu zahlen.

Wie die Forschung weiterhin preisgibt, achtet über ein Drittel der Deutschen (35 Prozent) aktiv darauf, nicht bei Restaurants oder Esslokalen zu bestellen, die schwer zu recycelnde Verpackungen nutzen. Über ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen, die weder Essen nach Hause oder Take-aways bestellen, geben an dies zu tun, um Verpackungsabfälle gänzlich zu vermeiden.

Obgleich Plastik in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird und 30 Prozent der Deutschen Plastik als Verpackungsmaterial eher nicht als ansprechend erachten, finden die meisten Verbraucher das Material im Vergleich zu anderen beim Essen am praktischsten (35 Prozent) und am hygienischsten (24 Prozent der Befragten).[3]

Beim Stichpunkt “Recyclebarkeit” schneidet Plastik am schlechtesten ab (31 Prozent der Befragten erachten es als nicht-recycelbar), allerdings verwendet es über ein Drittel (35 Prozent) wieder.

Bambus mit Kunststoffanteil als Verpackungsmaterial könnte hingegen eine interessante Alternative sein: 29 Prozent der Verbraucher finden umweltfreundlichere Verpackungen aus Bambus praktisch zum Essen, ein Fünftel (19 Prozent) findet das Material als hygienisch, und weitere 24 Prozent erachten Verpackungsmaterialien aus Bambus als wiederverwendbar. In Sachen Nachhaltigkeit lohnt sich auch der Blick auf Karton: Gerade einmal 3 Prozent der deutschen Verbraucher hält das Material für nicht recycelbar – somit schneidet es im Vergleich zu anderen Materialien bei der Recycling-Frage am besten ab. Allerdings birgt Kartonage auch Nachteile: So findet über ein Drittel (34 Prozent), dass das Material zum Auslaufen neigt, während ein Viertel (25 Prozent) es eher nicht ansprechend findet.

Mintel-Analystin Christina Wessels erläuterte: “Im Mai 2021 beschloss der Bundestag eine Novelle des Verpackungsgesetzes. Sie verpflichtet Gastronomiebetriebe, ab 2023 ihre Take-away und Produkte zur Lieferung auch in Mehrwegverpackungen anzubieten. Restaurants und Cafés, die To-Go-Lebensmittel und/oder -Getränke verkaufen, werden diese neben Einwegverpackungen auch in wiederverwendbaren Behältern anbieten müssen. Dabei darf die Mehrwegvariante nicht teurer sein als das Produkt im Einwegbehälter. Hierfür könnten Foodservice-Anbieter stärker die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen wie beispielsweise Recup/Rebowl oder Vyta suchen, die wiederverwendbaren Behälter herstellen, um Einweg- und Plastikverpackungen zu ersetzen. Neben den nationalen Bemühungen zur Plastikreduktion trat am 3. Juli 2021 ein entsprechendes europäisches Gesetz in Kraft, das die Benutzung von Einweg-Plastikartikeln wie Besteck, Geschirr oder Strohhalmen untersagt. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Gastronomiebranche und insbesondere auf den Take-away- und Lieferservice-Sektor haben. Auch Becher sowie Essensbehälter aus Polystyrol sind davon betroffen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für Gastronomiebetriebe, vermehrt nachhaltiges Besteck wie z. B. essbare Trinkhalme zu verwenden. Zwar werden Kunststoff- und Verpackungsabfälle zunehmend kritisch von den Verbrauchern beäugt, allerdings schneidet Kunststoff beim Thema Hygiene und Essenskomfort immer noch mit am besten ab. Mehrwert- und Pfandsysteme könnten bei diesen Aspekten Abhilfe schaffen, zumal die Mehrheit der deutschen Verbraucher derartige Angebote unterstützen würde.”